Congregatio Jesu
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Dienstag, den 22. November 2011 um 18:25 Uhr

Auf historischem Boden

Schwestern der Congregatio Jesu erkunden die Reste des Paradeiserhauses

München. „Jetzt stehen wir auf dem Pflaster, das schon damals von Maria Ward betreten wurde“, freute sich Angela Fries, die Provinzoberin der Mitteleuropäischen Provinz der Congregatio Jesu. Der ignatianische Orden war zwischen 1609 und 1611 von Maria Ward gegründet worden, die mit München eng verbunden war. So gründete Maria Ward im so genannten Paradeiserhaus an der Weinstraße die erste Mädchenschule der bayerischen Landeshauptstadt. 1627 hatte ihr Kurfürst Maximilian dazu das Haus übertragen. 1691 erfolgte auf dem Terrain die Grundsteinlegung des späteren Institutsbaus, der vom  Barockbaumeister Enrico Zuccali errichtet und später mit einem Deckenfresko der Gebrüder Asam ausgestattet wurde. Das Fresko zeigte die Himmelfahrt Mariens. Das Gebäude wurde wie der Rest des Areals am heutigen Marienhof im Zentrum Münchens bei den Luftangriffen am 7. Januar 1945 völlig zerstört.

 

Im Infocenter am Marienhof

 

Durch die Vorbereitungen des Baus der zweiten S-Bahn-Stammstrecke wird das Gelände auch archäologisch untersucht. Auf dem 6600 Quadratmeter großen Gelände befindet sich das größte zusammenhängende Baudenkmal der Münchner Altstadt. Die Gebäude darauf, ihre Besitzer und ihre Nutzung lassen sich aufgrund vorhandener schriftlicher Quellen bis ins Jahr 1380 zurückverfolgen. Als das Grabungsteam den Keller des Paradeiserhauses erreicht hatte, luden die Projektleitung der Deutschen Bahn und die Vertreter des Büros für Archäologie ReVe die Schwestern zu einer Besichtigung der Ausgrabungen ein.

 

Schwestern auf der Baustelle am Marienhof

25 Ordensfrauen der Congregatio Jesu folgten am 21. November gerne dieser Einladung. Das Zeitfenster für das Betreten des historischen Bodens ist von begrenzter Dauer, denn nach der archäologischen Auswertung werden die Baumaßnahmen fortgesetzt. Bauleiter Christian Behrer kann sich indes vorstellen, dass im späteren S-Bahnhof "Marienhof" Schautafeln zu sehen sein könnten, die auf das Paradeisehaus und die Bedeutung Maria Wards hinweisen. (Text und Bilder: Gabriele Riffert)

 

Schwestern stehen auf dem selben Pflaster wie Mary Ward

 

 
www.congregatiojesu.de - Congregatio Jesu - Planegger Straße 4 - 81241 München